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Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 1. Korinther 13,1 Methodisch gut geführte Gespräche, therapeutische Ansätze, weise Ratschläge sind sehr viel wert und können viel Hilfe bringen. Aber ohne Liebe sind das alles nur Sprachen, die vielleicht schön klingen, aber auch schnell wieder verhallen. Ich habe kürzlich das Buch „Morgen bin ich ein Löwe“ gelesen, das mich sehr aufgewühlt hat. Es handelt von einer Frau, die schizophren war. Heute hat sie ihre Krankheit besiegt und ist Psychologin.
Sie beschreibt ihre Krankheit und das was sie mitgemacht hat so eindrücklich, dass mir ein paar Mal die Tränen kamen. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie das wäre jetzt die Dinge zu sehen und zu hören, die sie gehört und gesehen hat und was für eine grauenhafte Angst das alles in einem auslösen muss. Noch vor 2 Jahren habe ich mir gedacht, dass die schlimmste Krankheit Blindheit sein muss. Heute – und noch mehr seit der Lektüre dieses Buches - bin ich davon überzeugt, dass die leidvollste Krankheit Schizophrenie ist. (abgesehen davon, dass man den Schweregrad von Leid nicht wirklich festlegen kann) Doch in all dem Leid, das die Frau in dem Buch schildert, blitzen immer wieder Momente auf, in denen sie Liebe erfährt –Liebe, wie sie in 1. Korinther 13 geschildert wird. Im Laufe ihrer Krankheit hat sie viel liebloses und entwürdigendes Verhalten von Mitmenschen erdulden müssen. Doch dann schildert sie immer wieder Begegnungen mit Menschen, die anders waren: Sie haben Arnhild (so heißt die Autorin) und keine Schizophrene gesehen. Sie haben sie nach ihren Wünschen und Zielen gefragt und ihr diese nicht ausgeredet. Sie haben sie wert geachtet und ihr Würde gegeben – kurz: sie haben sie geliebt … mit „1. Korinther 13 – Liebe“. Ich würde gerne wissen, ob diese Menschen Christen waren –ihr Verhalten würde dafür sprechen. Für mich war dieses Buch auch eine große Ermutigung. Ich muss keine perfekte Ausbildung in Gesprächsführung haben oder immer eine Antwort haben. Ich muss auch nicht jede Krankheit ganz begreifen. Viel wichtiger ist es den Menschen zu sehen, völlig egal, welche Krankheit er zu tragen hat. Wenn ich mir 1. Kor. 13 durchlese, steht hier nichts davon, dass Liebe bedeutet ein perfektes Gespräch zu führen. Hier sind ganz andere Dinge wichtig: Geduld, Güte, nicht auf den eigenen Vorteil bedacht sein, nie aufgeben, alles ertragen, immer hoffen, … 1.Kor. 13,7: sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Oft stellen wir als Mitarbeiter am Adelsmayrhof uns die Frage: Wie wäre Jesus unseren Bewohnern begegnet? Ich denke, er hätte nicht vorrangig gute Gespräche geführt, sondern er hätte vorrangig GELIEBT.
Buchempfehlung: „Morgen bin ich ein Löwe“ von Arnhild Lauveng
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