Startseite   >>   Gedanken   >>   leben

Denn leben wir, so leben wir dem HERRN, und sterben wir, wo sterben wir dem HERRN; ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem HERRN.
Römer 14,8

Wenn wir unsere Gebete beobachten: Wie oft beten wir um Bewahrung? Wir beten um Bewahrung beim Auto fahren, in der Arbeit, für den Schulweg der Kinder,... Doch wann hast du das letzte Mal dafür gebetet, dass Gott dich gebrauchen möge, egal was es kostet?
Sicherheit und Bewahrung gilt in unserer Gesellschaft als eines der wichtigsten Ziele. Wenn etwas sicher ist, wird es gekauft, egal wie teuer es ist. Wenn es heute in einer Abstimmung um Sicherheit geht und ich stimme dagegen, dann werde ich gekreuzigt.
Natürlich dürfen wir Gott auch um Bewahrung bitten, aber es geht um die richtige Priorität.


Es ist traurig, dass alles was wir von Gott erbitten, Sicherheit und Bewahrung ist. Dieses Sicherheitsdenken kann ich nirgends in der Bibel finden und auch nicht in der Geschichte der Christenheit. Für die ersten Jünger von Jesus war ihre Sicherheit zweitrangig: Stephanus wurde gesteinigt, Jakobus wurde enthauptet, Paulus war in Gefängnissen, wurde geschlagen, gesteinigt, erlitt Schiffbruch und durchlebte noch einige andere Gefahren. Wie er mit all seinen Schwierigkeiten umgegangen ist, ist für mich vorbildlich. Er klagte Gott nicht an, dass er ihn gefälligst bewahren soll, weil er sein Kind ist, sondern er sagte: “Herr, ich lebe für dich und ich sterbe für dich. Egal ob ich lebe oder sterbe, ich gehöre dir!”

Christen werden genauso wenig von Krankheit, Leid und Schmerz verschont wie Nichtchristen. Gottes erster Plan ist eben nicht unsere leibliche Sicherheit, sondern unsere Heiligung. Ich wünsche mir, dass immer mehr Christen aufwachen und beginnen alles zu riskieren, um der Welt zu zeigen, dass Christsein alles andere als langweilig ist. Ob wir nun leben oder sterben, wir gehören doch sowieso dem HERRN. Denn deine Seele bewahrt Gott sehr wohl. Wenn du ihm gehörst, kann dich nichts aus seiner Hand reißen. (Römer 8,38+39)

Wir haben ohnehin keine Wahl, wie wir sterben und wann wir sterben, aber wir haben eine Wahl, wie wir leben.

Ein Rettungsschiff hatte den Auftrag in einen gewaltigen Sturm zu fahren, um ein Schiff zu retten. Ein junges Mitglied des Rettungsteams sagte voll Angst zum Kapitän: “Wir können da nicht hinausfahren, wir werden nie mehr zurück kommen!” Daraufhin antwortete der Kapitän: “Da draußen sind Menschen, die verloren sind. Sie kämpfen um ihr Leben und sie warten verzweifelt auf Hilfe. Mein Sohn, wir müssen zu ihnen hinausfahren und wir müssen nicht zurückkommen!”

Ich werde oft gefragt, ob ich, wenn ich im Rahmen der streetwork in Linz unterwegs bin, keine Angst habe. Auch kommt öfter die Frage, ob ich das wirklich machen muss, mir könnte ja was passieren.
Abgesehen davon, dass die Menschen mit denen ich da zu tun habe nicht so gefährlich sind, wie manch einer glaubt, kann ich nur sagen: “Da draußen sind Menschen, die verloren sind. Sie kämpfen um ihr Leben und sie warten verzweifelt auf Hilfe. Wir müssen mit Jesus zu ihnen hinausgehen und wir müssen nicht zurückkommen!”

teilweise aus dem Buch "Du musst sterben, bevor du lebst, damit du lebst bevor du stirbst." von Hans Peter Royer

 
 
     
Copyright ©2003-2012 Leben mit Zukunft, Alle Rechte vorbehalten!